#04 Agile Arbeitswelten und NEW WORK. Ein Interview mit Nils Tißen, Me & Company GmbH

„Wir müssen nicht nur Dinge lernen, sondern wir müssen auch lernen, Dinge zu verlernen.“

Nils Tissen, Me & Company GmbH Düsseldorf
Nils Tißen, Me & Company GmbH Düsseldorf

In dieser Episode geht es um das Thema New Work und agile Arbeitswelten. Im Business kommt man an diesen Begriffen nicht mehr vorbei und die Digitalisierung bringt viele Herausforderungen mit sich, die es zu lösen gilt.

Ich spreche mit Nils Tißen über dieses Thema. Nils ist Inhaber von der Me & Company GmbH in Düsseldorf. Er ist Experte für Customer Experience, Design Thinking und Service Design und Dozent für E-Business, E-Entrepreneurship und Humancentered Design. Darüber hinaus begleitet er als Agile Coach diverse Unternehmen bei der digitalen Transformation.

Letzt sagte eine Führungskraft zu mir „Martin, dieses ganze Geschwafel um New Work und Agilität ist für mich Bullshit Bingo. Die Menschen wollen das gar nicht.“

Nils hat Verständnis, denn Emotionalität und eine berechtigte Skepsis sind völlig normal. Allein das Vokabular von Agilität ist anspruchsvoll und neu. Veränderung ist allerdings unumgänglich. Schon Ben & Jerrys haben in den 70ern agile Arbeitsmethoden eingeführt. Und dadurch ist ein neues System entstanden. Agilität ist erwachsen geworden und es mag sein, dass wir im Unternehmen schon viel Agilität benutzen. Allerdings ist ein morgendliches Stand-Up Meeting oder mit Post-Ists arbeiten nicht direkt Agilität.

„Agilität ist also ein Mindset?“

Es gibt drei Ebenen: Haltung, Werte und Prinzipien. Allerdings auch Praktiken, Methoden, Frameworks und Organisationssysteme.

Viele Teams konzentrieren sich auf das, was sichtbar ist. Scrum als Methode funktioniert vor allem, wenn auf Augenhöhe gearbeitet wird, Silodenken verschwindet und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Diese Werte sind wichtiger, als die reine Methode anzuwenden.

Den klassischen Geschäftsführer hat Me & Company GmbH abgeschafft. Und da stellt sich die Frage, welche Aufgabe eine Führungskraft im agilen Team übernimmt?

Die Führungskraft hat die Aufgabe die richtigen Rahmenbedingungen herzustellen und verantwortet als Product Owner das Produktergebnis. Die Rolle des Agile Coach beinhaltet aber noch mehr. Sie fördert die Zusammenarbeit, definiert strategische Leitplanken, befähigt das Team dazu, Konflikte selber zu lösen und macht Erfolge sichtbar. Es geht darum Barrieren zu beseitigen, so dass keine Ablenkung stattfindet. Denn Reports zu schreiben liefert Wert für Unternehmen aber nicht für Kunden. Nils ist davon überzeugt, dass Kontrolle und Micromanagement Agilität stören.

Ich habe schon mit einem Team gearbeitet, dass selbstorganisiert aufgestellt ist und wo sich dann doch eine informelle Führungsrolle herausgebildet hat. Also der Wunsch nach klassischer Führung größer war. Ich frage Nils, wie er aus dem Bauch heraus mit dieser Situation umgehen würde.

Er sagt, dass die Rollen klar voneinander abgegrenzt werden sollten.

Dazu nutzt er eine Matrix, die die Definition von Rollen erleichtert und sichtbar macht.

Agile Role Mapping: Rollen für agile Teams definieren.

Download unter http://bit.ly/rolematrix

Ziel ist maximale Transparenz, so dass kein „Kompetenzgerangel“ mehr stattfindet.

Die Umstellung auf Agilität ist mehr als die Gestaltung neuer Räume.

Unternehmen neigen dazu, die Arbeitswelt physisch neu zu gestalten. Und die Mitarbeiter wissen dann oft nicht, wie sie in dieser Welt arbeiten sollen. Ein Open Space Konzept kann eine große Herausforderung darstellen. Und eine Rutsche von Google macht noch keine agile Arbeitswelt. Me & Company hat im offenen Arbeitsraum stilles Arbeiten verabredet und wenn man sich laut austauschen will sind genug andere Räumlichkeiten vorhanden, um zu kommunizieren.

Herausforderung im Rahmen der Digitalisierung für Unternehmen.

„Wir müssen nicht nur Dinge lernen, sondern wir müssen auch lernen, Dinge zu verlernen.“, sagt Nils. Also auch Altes loslassen. „Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert.“ In einer sich ständig ändernden Welt werden Kreativarbeit und Komplexitätsmanagement die Zukunft gestalten. Wir müssen akzeptieren, dass ein System, was gestern noch gut war, nächste Woche nicht mehr funktioniert.

Nils erzählt von einer Führungskraft, die sich sorgt, dass alles, was sie die letzten 30 Jahre gelernt hat, nichts mehr wert ist. Und die Herausforderung ist es, den Menschen genau diese Angst zu nehmen.

Wir können festhalten, dass es ein Mindset benötigt, eine Grundflexibilität und Raum zum Umsetzen.

Die Top 5, auf die Unternehmen achten müssen, um New Work einzuführen:

  1. Klare und gute Begründung: Das Warum?
  2. Freiwilligkeit des Teams.
  3. Durchhaltevermögen.
  4. Freiheit.
  5. Gesundes Miteinander.

 

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Dann melde Dich gerne bei mir. Du kannst mich über podcast@neue-blickrichtung.de kontaktieren oder Dich mit mir auf LinkedIn oder Xing verbinden. Ich freue mich, von Dir zu lesen. Wenn Dir mein Podcast gefällt, dann teile ihn gerne mit anderen Menschen. Abonniere gerne meinen Podcast bei Apple Podcast oder Spotify. Und wenn Du eine positive Bewertung dalässt, freue ich mich ebenfalls 😉

Herzliche Grüße und gute Erkenntnisse.

Martin

Letzt sagte eine Führungskraft zu mir „Martin, dieses ganze Geschwafel um New Work und Agilität ist für mich Bullshit Bingo. Die Menschen wollen das gar nicht.“

Nils hat Verständnis, denn Emotionalität und eine berechtigte Skepsis sind völlig normal. Allein das Vokabular von Agilität ist anspruchsvoll und neu. Veränderung ist allerdings unumgänglich. Schon Ben & Jerrys haben in den 70ern agile Arbeitsmethoden eingeführt. Und dadurch ist ein neues System entstanden. Agilität ist erwachsen geworden und es mag sein, dass wir im Unternehmen schon viel Agilität benutzen. Allerdings ist ein morgendliches Stand-Up Meeting oder mit Post-Ists arbeiten nicht direkt Agilität.

„Agilität ist also ein Mindset?“

Es gibt drei Ebenen: Haltung, Werte und Prinzipien. Allerdings auch Praktiken, Methoden, Frameworks und Organisationssysteme.

Viele Teams konzentrieren sich auf das, was sichtbar ist. Scrum als Methode funktioniert vor allem, wenn auf Augenhöhe gearbeitet wird, Silodenken verschwindet und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Diese Werte sind wichtiger, als die reine Methode anzuwenden.

Den klassischen Geschäftsführer hat Me & Company GmbH abgeschafft. Und da stellt sich die Frage, welche Aufgabe eine Führungskraft im agilen Team übernimmt?

Die Führungskraft hat die Aufgabe die richtigen Rahmenbedingungen herzustellen und verantwortet als Product Owner das Produktergebnis. Die Rolle des Agile Coach beinhaltet aber noch mehr. Sie fördert die Zusammenarbeit, definiert strategische Leitplanken, befähigt das Team dazu, Konflikte selber zu lösen und macht Erfolge sichtbar. Es geht darum Barrieren zu beseitigen, so dass keine Ablenkung stattfindet. Denn Reports zu schreiben liefert Wert für Unternehmen aber nicht für Kunden. Nils ist davon überzeugt, dass Kontrolle und Micromanagement Agilität stören.

Ich habe schon mit einem Team gearbeitet, dass selbstorganisiert aufgestellt ist und wo sich dann doch eine informelle Führungsrolle herausgebildet hat. Also der Wunsch nach klassischer Führung größer war. Ich frage Nils, wie er aus dem Bauch heraus mit dieser Situation umgehen würde.

Er sagt, dass die Rollen klar voneinander abgegrenzt werden sollten.

Dazu nutzt er eine Matrix, die die Definition von Rollen erleichtert und sichtbar macht.

Agile Role Mapping: Rollen für agile Teams definieren.

Download unter http://bit.ly/rolematrix

Ziel ist maximale Transparenz, so dass kein „Kompetenzgerangel“ mehr stattfindet.

Die Umstellung auf Agilität ist mehr als die Gestaltung neuer Räume.

Unternehmen neigen dazu, die Arbeitswelt physisch neu zu gestalten. Und die Mitarbeiter wissen dann oft nicht, wie sie in dieser Welt arbeiten sollen. Ein Open Space Konzept kann eine große Herausforderung darstellen. Und eine Rutsche von Google macht noch keine agile Arbeitswelt. Me & Company hat im offenen Arbeitsraum stilles Arbeiten verabredet und wenn man sich laut austauschen will sind genug andere Räumlichkeiten vorhanden, um zu kommunizieren.

Herausforderung im Rahmen der Digitalisierung für Unternehmen.

„Wir müssen nicht nur Dinge lernen, sondern wir müssen auch lernen, Dinge zu verlernen.“, sagt Nils. Also auch Altes loslassen. „Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert.“ In einer sich ständig ändernden Welt werden Kreativarbeit und Komplexitätsmanagement die Zukunft gestalten. Wir müssen akzeptieren, dass ein System, was gestern noch gut war, nächste Woche nicht mehr funktioniert.

Nils erzählt von einer Führungskraft, die sich sorgt, dass alles, was sie die letzten 30 Jahre gelernt hat, nichts mehr wert ist. Und die Herausforderung ist es, den Menschen genau diese Angst zu nehmen.

Wir können festhalten, dass es ein Mindset benötigt, eine Grundflexibilität und Raum zum Umsetzen.

Die Top 5, auf die Unternehmen achten müssen, um New Work einzuführen:

  1. Klare und gute Begründung: Das Warum?
  2. Freiwilligkeit des Teams.
  3. Durchhaltevermögen.
  4. Freiheit.
  5. Gesundes Miteinander.

 

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Herzliche Grüße und gute Erkenntnisse.

Martin

Martin Hoffmann

Wirtschaftspsychologe (B.Sc.) Trainer, Coach

Wirtschaftspsychologe (B.Sc.) Trainer, Coach

martin_hoffmann_portrait_coach

Als praxiserfahrener Wirtschaftspsychologe, Coach und Trainer berate ich seit 2012 Organisationen und Menschen bei der Umsetzung von Entwicklungsprozessen und Trainingsmaßnahmen. Nach einer ausführlichen Analyse der individuellen Rolle im Team und der Organisation gebe ich konkrete Handlungsempfehlungen, die pragmatisch und sinnvoll umsetzbar sind.

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